„Fridays for Future“-Bewegung an der Schule im Allertal

Politikunterricht einmal ganz praktisch:

„Früher war der Fisch in der Packung, heute ist die Packung im Fisch!“, „Finger weg von unserer Erde!“ oder „There is no planet B!“ mit diesen und zahlreichen weiteren kreativen Plakaten zeigten die Schülerinnen und Schüler der Schule im Allertal, dass ihnen die Umwelt, die Erde und damit auch ihre Zukunft nicht egal sind.

Wie in anderen Städten auch, organisierte die Schülervertretung und Ceylan und Malcom für vergangenen Freitag eine Demo gegen den Klimawandel – im Stil der „Fridays for Future“-Bewegung. Diese Bewegung wurde von der schwedischen Schülerin Greta Thunberg gegründet, die seit einigen Monaten jeden Freitag die Schule schwänzt, um gegen den Klimawandel zu demonstrieren. Tausende Jugendliche auf der ganzen Welt haben sich mittlerweile der Bewegung angeschlossen, selbst Wissenschaftler untermauern die Forderungen der Bewegung. Und auch in Winsen haben die Schülervertreter jetzt eine Protest-Veranstaltung auf die Beine gestellt.

„Wir sind hier, wir sind laut, weil Ihr uns die Zukunft klaut!“ skandieren die Demonstranten mit Unterstützung von Ceylan und Malcom an ihren Megaphonen, während die übrigen Schülerinnen und Schüler unter der Aufsicht einiger Lehrerkräfte der Schule einen Unterrichtsgang vom Meißendorfer Kirchweg zum Rathausplatz der Gemeinde Winsen machen. Hier richtet Schülersprecherin Ceylan das Wort an die Demonstranten. Sie fordert, dass jeder selbst etwas tun könne: „Bäume pflanzen, Plastik vermeiden oder Müll sammeln, z.B.“ Aber auch die Politik müsse unbedingt etwas gegen den Klimawandel und viel mehr für den Umweltschutz tun. Dafür erntet sie den Applaus ihrer Mitdemonstranten sowie Schülerinnen und Schülern des Unterrichtsganges.

Anwohner kommen währenddessen interessiert aus ihren Häusern, Passanten bleiben stehen. Die Akzeptanz für die Schüler ist groß, obwohl die Autofahrer Geduld haben müssen, bis die Demo und die sie begleitenden Schülerinnen und Schüler vorbeigezogen sind. Der Grund: Die Polizei hat die Bannetzer Straße zum Schutz der Schüler kurzzeitig voll gesperrt.

Das SV-Team um Ceylan und Malcom ist am Ende stolz. „Wir sind begeistert, es war unsere erste Demo und es ist toll, dass uns so vielen Schülerinnen und Schüler begleitet haben und dass alles so gut geklappt hat“, so Schulsprecherin Ceylan. Unterstützung erhielten die Schüler von einer Mutter, die die Demonstration offiziell bei Gemeinde und Polizei angemeldet hat.

Oberschuldirektor Bodo Theel beaufsichtigte und unterstützte die Demonstranten ebenfalls: „Fridays for Future gehört hier und heute zum Unterricht mit dazu. Die Schülerinnen und Schüler, die demonstrierten hatten sowieso unterrichtsfrei und die, die sie begleitet haben konnten wählen, Unterrichtsgang  oder ganz normaler Unterricht. Eine Demonstration sei praktischer Politikunterricht, bei dem die Jugendlichen hautnah erfahren könnten, was Demokratie und damit Politik bedeutet. „Ich bin mir sicher, dass die Schüler durch so eine praktischen Stunde Politik viel lernen“, fügte er hinzu. Das beginne ja bereits mit der Gestaltung der Plakate, bei der sie sich Gedanken über das Thema Umweltschutz machen.

Von Stephanie Sinagowitz