Schülersichtweisen

Homeschooling an der Schule im Allertal aus Schülerperspektive

Patrycja Bury & Johanna Michler, 10Ga

(26.02.2021)

Die jetzige Zeit ist für SchülerInnen und LehrerInnen eine große Umstellung. Keiner hat es in dieser Zeit einfach, trotzdem müssen wir weiter- und das Beste daraus machen. Die Schulen, LehrerInnen, Eltern und SchülerInnen versuchen jeden Tag ihr Bestes, um diese Herausforderung zu meistern. In diesem Artikel möchten wir unsere Erfahrungen und Meinungen zum Thema Homeschooling mit Euch teilen.

Jeder von uns hat einen individuellen Tagesablauf, der sich aber in vielem ähnelt. Allgemein sieht unser Tagesablauf so aus: Wir stehen gegen 8 Uhr auf, frühstücken und gucken uns dann unsere Aufgaben auf Iserv an. Im Gegensatz zu manchen FreundInnen, die nur bis zu einer bestimmten Uhrzeit Aufgaben machen, machen wir unsere Aufgaben den ganzen Tag über (natürlich mit genügend Pausen). Unser Tagesablauf variiert aber auch nach Wochentag. Einen genauen Tagesablauf, an den wir uns jeden Tag halten, haben wir also nicht.

Doch wie läuft das Homeschooling bei uns genau ab? Die meisten unserer Aufgaben bekommen wir montags (auf Iserv) eingestellt. Diese müssen wir dann entweder bis Freitag oder bis zu dem Tag, an dem wir das Unterrichtsfach haben, bearbeiten. Bei Fragen zum Thema oder zu den Aufgaben können wir uns jederzeit bei unseren LehrerInnen per Mail oder per Telefon melden. Dazu kommt, dass wir in manchen Fächern auch Videokonferenzen haben. Wir treffen uns zum Beispiel mindestens einmal in der Woche mit unserer Klassenlehrerin Frau Althammer in einer Videokonferenz. In den Konferenzen vergleichen wir unsere Aufgaben, bearbeiten neue oder sprechen über bestimmte Themen wie im Unterricht. Um zu wissen, wie wir unsere Aufgaben bearbeitet haben, bekommt jeder eine Rückmeldung. Hier wird uns gesagt, was wir vielleicht noch verbessern müssen und was wir uns nochmal angucken sollten. 

Wie bewerten wir als SchülerInnen das Homeschooling? Wir denken, dass es, wie in eigentlich jedem System, Vor- und Nachteile gibt. Wir können zum Beispiel bei Unklarheiten nicht sofort den Lehrer fragen. Wir müssen erst eine E-Mail schreiben und dann auf eine Antwort warten. Im Präsenzunterricht geht das natürlich viel schneller und einfacher. Außerdem hat man Zuhause manchmal einfach keine Motivation, um Aufgaben zu bearbeiten. In der Schule sorgt der Lehrer dann für Motivation. Man findet Zuhause schneller Sachen, die einen ablenken, wie zum Beispiel den Fernseher oder das Handy. 

Durch das Homeschooling entstehen aber auch viele Vorteile für SchülerInnen und LehrerInnen. Wir haben keinen festen Stundenplan, d.h. wir können uns die Aufgaben selbst aufteilen und in unserem eigenen Tempo bearbeiten. Im Präsenzunterricht muss sich der Lehrer an das allgemeine Tempo aller SchülerInnen halten und die SchülerInnen, die immer mehr Zeit brauchen, können nicht jedes Mal berücksichtigt werden. Dafür können sich unsere LehrerInnen um einzelne, die Hilfe brauchen, jetzt stärker kümmern. Außerdem herrscht beim Homeschooling eine angenehme Lernatmosphäre. Jeder hat die Ruhe, die er benötigt und es gibt keine unnötigen Unterbrechungen/Störungen von SchülerInnen, die meinen, mit dem Lehrer diskutieren zu müssen. Dies ist für SchülerInnen und LehrerInnen viel angenehmer. Dazu kommt auch noch, dass wir durch das Homeschooling viel für die Zukunft lernen und bestimmte Fähigkeiten verbessern. Wir lernen zum Beispiel, unseren Tag zu organisieren/planen, uns selbst mit einem Thema intensiv auseinanderzusetzen und wir wissen jetzt viel mehr über digitale Kommunikation als vorher. 

Wohl das Schwerste am Homeschooling – und am Lockdown allgemein –  ist, dass viele die Normalität vermissen. Man vermisst seine FreundInnen, die man eigentlich jeden Tag in der Schule sah und man vermisst den (wenn auch manchmal stressigen) Schultag, den man immer hatte. Besonders traurig ist auch, dass wir unser letztes Schuljahr auf dieser Schule, nicht so vollenden können, wie jede 10. Klasse vor uns.